Entwurf zur Fortschreibung Schulprogramm ab 2017

Schulprogramm


der Schule des Lebens „Helen Keller“




„Toleranz ist das wichtigste Kapital

der Gemeinschaft; sie ist der Geist,

der die besten Gedanken von allen erhält“

(Helen Keller)



Gliederung


1. Die Schule des Lebens „Helen Keller“ - Grundlagen unseres pädagogischen Handelns
2. Rahmenbedingungen der Schule des Lebens „Helen Keller“
2.1. Lernende und Lehrende
2.2. Ausstattung unserer Schule
3. Moderne Schule – inklusive Bildungsangebote
3.1. Durch Vielfalt Lernen lernen
3.2. Berufsorientierung
4. Lerntherapeutische Angebote
5. Elternarbeit
6. Kooperationspartner
7. Perspektiven der Förderschule


Leitsatz: Unsere Schule – mittendrin im Leben von Anfang an


1. Die Schule des Lebens „Helen Keller“ - Grundlagen unseres pädagogischen Handelns
In unserer Schule arbeiten und lernen individuelle Menschen mit jeweils ganz eigenem Charakter, eigener Herkunft und Vorgeschichte, mit individuellen Interessen und spezieller geistiger und körperlicher Leistungsfähigkeit. Zentrales Ziel im humanistischen Sinne ist das Erreichen einer bestmöglichen individuellen Selbstbestimmtheit. Dies bedeutet, den Einzelnen stärken und den Umgang miteinander fordern und fördern und dies mit Toleranz und Fairness.


2. Rahmenbedingungen der Schule des Lebens „ Helen Keller “

2.1. Lernende und Lehrende
In unserer Schule lernen SchülerInnen mit differenten Förderschwerpunkten und dem zentralen Förderschwerpunkt der „geistigen Entwicklung“. Die Einteilung der Klassen erfolgt nach dem Alter der Kinder und Jugendlichen in vier Stufen: Unterstufe (1. – 4. Schulbesuchsjahr) Mittelstufe (5. – 6. Schulbesuchsjahr) Oberstufe (7. – 9. Schulbesuchsjahr) Berufsschulstufe (10. – 12. Schulbesuchsjahr). Unterrichtet werden unsere SchülerInnen interdisziplinär von Lehrerinnen und Lehrern. Diese verfügen überwiegend über eine Ausbildung als Förderschulpädagogen für Kinder mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“. Darüber hinaus besitzt die Mehrzahl des Lehrerkollegiums eine Zusatzausbildung für die Förderschwerpunkte Lernen, motorisch-körperliche Entwicklung, sozial- emotionale Entwicklung und Sprache. Das Lernangebot der Schule des Lebens, ist individuell kindorientiert und erfolgt in heterogenen Lerngruppen und dies in Lernphasen jahrgangsübergreifend. Durchgängig absolvieren Lehrerinnen und Lehrer in Vorbereitung an unserer Schule ihre zweite Ausbildungsphase zum/zur FörderschullehrerIn.
Unterrichtsunterstützend und - begleitend arbeiten pädagogische Mitarbeiterinnen sowie Betreuungskräfte im Schulalltag. Therapeutische Förderung erhält unsere Schülerschaft durch Physio- und Ergotherapeuten sowie einer Motopädin.


2.2. Ausstattung des Schulhauses → “


3. Moderne Schule - inklusive Bildungsangebote
3.1. Durch Vielfalt Lernen lernen
Die Heterogenität der Schülerschaft lässt etwas anderes als Vielfalt im individuellen Lernprozess gar nicht zu. Der Unterricht an unserer Schule orientiert sich von Anfang an mit seinen didaktischen Angeboten an den vielfältigen Ansprüchen des Lebens sowie den individuellen Lern- und Entwicklungsständen der SchülerInnen. Lebenspraktischer und handlungsorientierter Unterricht stehen dabei im Vordergrund unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer und physiologischer Erkenntnisse. Das Lernen fördern beinhaltet für die Schülerschaft die aktive Auseinandersetzung mit Lerninhalten und die Verinnerlichung von Lerninhalten. Die Rechte des Kindes nach Individualität, Eigenaktivität, Selbstverantwortlichkeit und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten werden im ganztägigen Lernprozess an unserer Schule verwirklicht. Der Unterricht an unserer Schule findet Wege zu einer individualisierten Lernkultur unter Beachtung der Erkenntnisse zum kindlichen Lernprozess. Die individuellen Förderpläne setzen präzise am aktuellen Lernplateau des Kindes an und begleiten prozessnah die weiterführende Förderung. Der Grundsatz der Inklusion wird als umfassendes Konzept des menschlichen Zusammenlebens verstanden. Für die Schule des Lebens „Helen Keller“ kann dies nur bedeuten, einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung für alle umzusetzen. Die Bildungsangebote und Bildungsmedien innerhalb der Lerngruppe und das didaktische Inventar, ermöglichen jedem Kind den individuellen Weg zur Wissensaneignung mit sachkundiger, pädagogischer Begleitung zunehmend selbstbestimmt zu gehen. Der Unterricht an unserer Schule fördert die selbstständige Erschließung von Wissen durch die Lernenden. Dies bedeutet im Umsetzungsprozess, ein eigenverantwortliches Handeln des Kindes für den Lernerfolg! Dabei ist die Vielfalt innerhalb heterogener Lerngruppen ein großes Anregungspotential. Das Miteinander und die Interaktionen aller am Lernprozess Beteiligten bewirken und beinhalten die Chance einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung. In der Umsetzung bedeutet dies die Integration von offenen Unterrichtsformen wie den projektorientierten Unterricht, die Wochenplanarbeit, den Werkstattunterricht, die Freiarbeit, die Lerntheke und die Stationsarbeit in den Klassen- oder Fachunterricht. Diese Unterrichtsformen ermöglichen Differenzierungs- und Individualisierungsangebote für jeden SchülerIn, fördern das selbstbestimmte und eigenverantwortliche Lernen sowie die aktive Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand. Die Entwicklung der Basiskompetenzen ist die pädagogische Ausrichtung einer offenen Lernkultur an unserer Schule und dient der zielgerichteten Vorbereitung der Schülerschaft auf ein Leben mittendrin von Anfang an in unserer Gesellschaft.


3.2. Berufsorientierung → hier mehr erfahren...


4. Lerntherapeutische Angebote
Lerntherapeutische Angebote zur Förderung von Kindern mit geistiger Entwicklung verstehen sich als ein ökologisch-systemischer Ansatz, der sensomotorische, emotionale, soziale, sprachliche und kognitive Entwicklungsbedürfnisse in den Unterricht integriert. Das bedeutet, in ihrer Organisation und Durchführung beinhalten lerntherapeutische Angebote immer mehrere Dimensionen der Entwicklung des Kindes als individuelles Erziehungsziel. Weitere übergreifende Ziele lerntherapeutischer Angebote sind die Selbstorganisation des Kindes im Kontext mit der Entwicklung der Selbstbestimmtheit, Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung zu fördern.
Neben den verschiedenen Angeboten im Unterricht ist es wichtig im Nachmittagsbereich nachhaltig an den Unterrichtsprozess anzuschließen und entsprechend der individuellen Interessen und Fähigkeiten der Kinder gezielt weiter zu fördern.
Nicht alle Förderangebote sind für alle Kinder gleich passend. Diese pädagogische Herausforderung versuchen wir täglich anzunehmen und begleiten somit die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Kindes im Schulalltag.
Hierbei wird neben der individuellen Förderung, der Spaß an Bewegung, die Steigerung der grundlegenden koordinativen Fähigkeiten, die Entwicklung des Teamgeistes bei Mannschaftssportarten der Spaß am sportlichen Wettkampf einen hohen Stellenwert einnehmen. Das diesbezügliche Angebot ist vielfältig und reicht vom Floorball über Fußball, Tanzen, Tischtennis bis zum Erlernen von Roller- und Fahrradfahren.
Darüber hinaus werden die kreativen und ästhetischen Fähigkeiten und Interessen der SchülerInnen im breiten Umfang angesprochen und gefördert. Dafür steht ein Nähraum, eine Theatergruppe, eine Tonwerkstatt und eine Vielzahl an verschiedenen Materialien und Werkzeugen zur Verfügung um die Kreativität selbstbestimmt zu fördern.
Unser besonderes Augenmerk gilt in diesem Zusammenhang den schwerstmehrfachbehinderten SchülerInnen. Mit viel Aufmerksamkeit und Geduld werden diesen SchülerInnen verschiedenste Bewegungserlebnisse sowie vielfältige Körper- und Materialerfahrungen zum Aufbau eines Körperbildes und Körperschemas vermittelt.


5. Elternarbeit
Die Zusammenarbeit mit den Elternhäusern und den Kinder – und Jugendhäusern unserer Schülerschaft nimmt einen besonderen Stellenwert in unserer täglichen Arbeit ein. Eine optimale Förderung und Erziehung der SchülerInnen ist nur durch eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern und ErzieherInnen möglich. Eltern und ErzieherInnen sind Fachleute in der Erziehung der Kinder. Deshalb ist der gegenseitige Austausch von Beobachtungen, Erfahrungen und Informationen auf der Basis eines gegenseitigen Vertrauens wichtig für das Wohl jedes einzelnen Kindes. Neben dem persönlichen Gespräch ergeben sich Kontakt- und Gesprächsmomente aus der Tagesorganisation unserer Förderschule vor und nach dem Unterricht. Zur gegenseitigen Information und Beratung finden Elternversammlungen und Klassenkonferenzen statt. Darüber hinaus erfolgt ein kommunikativer Austausch über Telefonate, Lehrersprechstunden und Elternbriefe. Die Teilnahme der Eltern und ErzieherInnen an den Schulfesten und Veranstaltungen innerhalb von Schul- und Klassenprojekten zeigt deren hohes Engagement. Wir bieten klassenübergreifende, thematische Elternabende an, zum Beispiel zur Einschulung, zur Jugendweihe und zur beruflichen Integration. Unsere PädagogenInnen informieren regelmäßig die Eltern und ErzieherInnen über den Entwicklungsstand ihrer Kinder, die Entwicklungsfortschritte sowie über die Inhalte und Methoden des Unterrichts. Wir beraten Eltern bei Bedarf und Wunsch zu individuellen Anforderungen im Lern- und Sozialverhalten ihres Kindes.


6. Kooperationspartner → hier mehr erfahren...


7. Perspektiven unserer Schule
Das Kind in seiner Einzigartigkeit und als eine unverwechselbare Persönlichkeit ist Basis des Schulprogramms der Schule des Lebens „Helen Keller“ mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Der Komplexität des Verschiedenseins ist nur, miteinander gerecht zu werden. Dem gemeinschaftlichen Anspruch an die Eltern, die Erzieherinnen und das Kollegium durch die Vielfalt unserer SchülerInnen können nur durch Unterrichtsqualität, Fortbildungen wie z.B SCHILF (schulinterne Fortbildungen), gegenseitige Hospitationen, lerntherapeutische Angebote, therapeutische Angebote, Schulqualitätssicherung und Schulentwicklung sowie der engen Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern entsprochen werden. Die soziale Teilhabe von Anfang an, das humane Miteinander, die Menschenwürde jedes Einzelnen, gleich ob eine andere Sprache gesprochen oder einem anderen Glaubensverständnis gefolgt werden, bildet weiterhin die elementare Zielübereinstimmung aller pädagogischen Handlungen an der Schule des Lebens „Helen Keller“. Die inklusive Arbeit an der Schule des Lebens „Helen Keller“ steht für das Einlösen demokratischer Grundrechte aller Kinder und Jugendlicher.
„Inklusive Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler werden in allen Schulformen gefördert, um auf diese Weise zur Verbesserung der Chancengleichheit beizutragen.“ (§ 1 Abs. 3 SchulG LSA) Dies bedeutet, dass die gemeinsame Bildung und Erziehung von Kindern mit und ohne besonderen pädagogischen Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsbedarf an der Förderschule umgesetzt wird. Es sollen ein Miteinander und ein Füreinander im Lernprozess als Chance für die bestmöglichen individuellen Lernerfolge weiter gewährleistet sein. Die Kinder mit und ohne besonderen pädagogischen Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsbedarf können an einem gemeinsamen Lernort entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse und Ansprüche lernen. Der Grundsatz der Inklusion wird als umfassendes Konzept des menschlichen Zusammenlebens verstanden. Für unsere Schule des Lebens „Helen Keller“ kann dies nur bedeuten, einen gleichberechtigten Zugang zur Bildung für alle umzusetzen.
Der Weg ist das Ziel: Gemeinsam Vielfalt in inklusiver Praxis entwickeln, erleben und leben!

Unsere Schule – mittendrin im Leben von Anfang an!


Karge, Schulleiter/ Wolfer, Lehrkraft




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